Stefan Maiwald hat ein Buch verfasst “Espresso unter Sternen”. Er beschreibt dort das italienische Lebensgefühl und seine Auszeit in Triest, in der Nähe seines Wohnorts Grado. Zwei Wochen hat er sich eine Wohnung gemietet und ist jeden Tag in Caffè San Marco gepilgert.
Hier seine Tipps für das Café.
Verhaltensregeln im Antico Caffè San Marco
- Auf die Bedienung warten, auch wenn es dauern kann. Die Bedienung auf keinen Fall heranwinken oder ungeduldigen Blickkontakt suchen. Einfach anfangen zu lesen, zu scrollen oder zu schreiben.
- Der Espresso heißt Nero. Und der Cappuccino heißt Capo. Der kostet am Tresen 1,50 Euro, am Tisch wird es ein bisschen willkürlich, aber niemand will euch abzocken.
- Die Bedienung legt zur Bestellung den Bon hinzu. Hebt den Bon auf. Denn mit diesem Bon geht ihr an die Kasse neben der Kuchentheke und bezahlt.
- Bücher bezahlt ihr an der getrennten Kasse schräg gegenüber der Kuchentheke.
- Zu jedem Kaffee wird ein kleines Glas Wasser gereicht. Was auch ich erst vor Kurzem gelernt habe: Kenner trinken das Wasser zuerst, um den Gaumen für den Kaffee bereit zu machen.
- Wenn ihr nur einen Kaffee getrunken habt, aber mehr als eine halbe Stunde sitzengeblieben seid, gebietet es der Anstand, ein kleines Trinkgeld dazulassen.
- Setzt euch nicht an den Tisch hinten rechts im großen Saal. Das ist der Tisch von Claudio Magris.
Das Café San Marco besitzt eine schöne Buchhandlung und im Café arbeiten Schriftsteller. Ein Café als Arbeitsstätte wird hier gerne propagiert. Sie sind eine Alternative zum Coworking in seelenlosen Büros. Andererseits sind in Cafés oft Laptops nicht gerne gesehen. Und ich möchte auch nicht, dass Cafés zu einem Ort der Stille werden, wo sich jeder rasch gestört fühlt.
Die Zeit im Café wird wunderbar beschrieben und auch das italienische Lebensgefühl.
Ich persönlich habe ein Lied verfasst, zu dem mich das Buch angeregt hat.

